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JuBe - Jugendsprache Schweiz Korpus

<p>Jugendsprachen gelten als vielseitiger und interessanter Forschungsgegenstand in der Linguistik. Sie bilden sich oft in multikulturellen Gesellschaften, die meist Teile urbaner Gebiete sind, heraus.<br> &Uuml;blicherweise kommt es zu speziellen jugendsprachlichen Auspr&auml;gungen in den sozialen Medien, von denen einzelne Elemente schnell den Weg in die Alltagskommunikation einer ganzen Gesellschaft finden.<br> &nbsp;Jugendsprachliche Merkmale sind auch innerhalb einer einzigen Gesellschaft extrem unterschiedlich und durch starken Wandel charakterisiert.<br> Auer (2002) diskutiert ein Ph&auml;nomen, dass unter Jugendlichen sehr h&auml;ufig auftaucht und als Teil des Entstehungsprozesses von Jugendsprache gewertet werden kann. Es handelt sich dabei um die Tendenz,<br> dass auch Jugendliche ohne ethnolektalen Hintergrund Merkmale eines Ethnolekts aufnehmen und in ihrer Alltagssprache verwenden. Gem&auml;ss Auer erfolgt diese Entwicklung &uuml;ber drei Stufen, vom Gebrauch<br> &nbsp;des Ethnolekts durch Migrant*innen bis zu dessen &Uuml;bernahme durch deutschsprachige Jugendliche (De-Ethnisierung).<br> Es ist erstaunlich, dass Forschung zu Jugendsprachen und zu Ethnolekten in der Schweiz nur sehr vereinzelt zu finden ist. Welche tragende Rolle der Jugendsprache als Quelle von Innovation aber<br> auch als Mittel bei der Konstruktion der eigenen sprachlichen Identit&auml;t und schlussendlich auch bei der Bewahrung historischer Wendungen in den Dialekten zukommt, l&auml;sst sich mit Blick auf die<br> viersprachige Schweiz schnell erahnen. Neben den vier offiziellen Sprachen beherbergt die Schweiz eine Reihe verschiedener Migrant*innensprachen, womit das Szenario von Auer (2002), also die<br> &nbsp;De-Ethnisierung, zus&auml;tzlich beg&uuml;nstigt wird und sich die Untersuchung dieses Prozesses geradezu aufdr&auml;ngt.<br> Auer&sbquo; Peter (2003): &bdquo;&sbquo;T&uuml;rkenslang&lsquo;: Ein jugendsprachlicher Ethnolekt des Deutschen und seine Transformationen&ldquo;. In: H&auml;cki Buhofer, Annelies (ed.):&nbsp;Spracherwerb und Lebensalter. T&uuml;bingen/Basel,<br> &nbsp;Francke: 255&ndash;264.<br> Das Jugendsprache-Bern-Korpus soll &uuml;ber die n&auml;chsten zweieinhalb Jahre (Juni 2019 &ndash; Dez. 2021) entstehen, wobei die Daten in der Datenbank abrufbar sind. Wie f&uuml;r soziolinguistische Korpora &uuml;<br> blich werden nebst den Aufnahmen in Absprache mit den Sprecher*innen auch ausgew&auml;hlte Sozialdaten zur Verf&uuml;gung stehen (z.B. Alter, Geschlecht, Herkunft, Bildungsstand). Teilweise sind auch<br> Transkriptionen zu den vorhandenen Daten geplant, diese entstehen aber erst nach und nach im Rahmen des Projekts.<br> Die erhobenen Daten werden Studierenden f&uuml;r Abschlussarbeiten (Semester- und Masterarbeiten) zur Verf&uuml;gung stehen. Auch der wissenschaftliche Nachwuchs wird durch das neue Korpus einfacher<br> zu Ph&auml;nomenen in der Jugendsprache forschen k&ouml;nnen (Dissertationen und Habilitationen).</p> <p>&nbsp;</p>

ShareScore

36/100

Overall dataset sharing score

Score breakdown

These five areas show where the dataset supports — or may limit — practical reuse.

Stewardship
4
Harmonization
4
Access
16
Reuse readiness
8
Engagement
4