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Berliner Kunstkammer - Daten, Datenmodell und CIDOC CRM basierte Anwendungsontologie

<p><strong>*F&uuml;r die Integration in den NFDI4Objects Knowledge Graphen*</strong></p> <p><strong>&Uuml;bersicht der Dateien</strong></p> <p>Dieses Datenpaket enth&auml;lt die Daten und Dateien, die im Kontext des DFG-Projekts "Das Fenster zur Natur und Kunst. eine historisch-kritische Aufarbeitung der Brandenburgisch-Preu&szlig;ischen Kunstkammer" zwischen 2018 und 2022 in der&nbsp;<a href="https://wiss-ki.eu/">WissKI</a>-basierten virtuellen Forschungsumgebung erschlossen bzw. zur Erschlie&szlig;ung genutzt wurden.</p> <ul> <li>berlinerkunstkammer_daten_20240920.nq und berlinerkunstkammer_daten_20240920.nt stellen jeweils Exporte des Repositoriums (GraphDB) dar.</li> <li>berlinerkunstkammer_datenmodell_20221102T105320.xml ist der Export des WissKI Pathbuilders und repr&auml;sentiert das Datenmodell, &uuml;ber das die Daten semantisch erschlossen wurden</li> <li>kunstkammer.owl ist die CIDOC CRM basierte Anwendungsontologie (Erlangen CRM Version 170309), mit der das Datenmodell im WissKI Pathbuilder aufgebaut wurde.</li> </ul> <p><strong>Informationen zum Projekt</strong></p> <p>Die vom 16. bis ins 19. Jahrhundert im Berliner Schloss beheimatete Kunstkammer bildete mit ihren vielf&auml;ltigen Best&auml;nden ein Fundament f&uuml;r zahlreiche sp&auml;tere Museen. In dieser Sammlung&nbsp; waren Objekte der Natur, Kunst und Wissenschaft vereint. Heute sind viele der vormals der Kunstkammer zugeh&ouml;renden Objekte &uuml;ber zahlreiche Museen Berlins verteilt. Das DFG-Projekt, eine Kooperation zwischen den Staatlichen Museen zu Berlin, der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin und dem Museum f&uuml;r Naturkunde Berlin, erforschte die Sammlung und die Wege/die Geschichte ihrer Objekte bis in die heutigen Museen.</p> <p>Die Geschichte der Berliner Kunstkammer wird dabei anhand von 'Biografien' ihrer Objekte erz&auml;hlt: Wie gelangten die Objekte in die Sammlung? In welchen Funktions- und Verwendungskontexten standen sie vor ihrem Eingang in die Berliner Kunstkammer? Auf welche Weise wurden die Objekte in der Sammlung in immer wieder neue taxonomische, r&auml;umliche, inszenatorische sowie nutzungsbezogene Zusammenh&auml;nge gestellt? Wie gestaltete sich ihr Eingang in die ab dem 19. Jahrhundert entstehenden Museen? Und welche Bedeutungszuweisungen gingen mit diesen Prozessen einher?</p> <p>Ausgehend von diesen Fragen wird die Kunstkammer in ihren verschiedenen historischen Transformationsstadien betrachtet. Hierzu z&auml;hlen die Neuordnungsprozesse im 17. und 18. Jahrhundert, aber auch die ver&auml;nderte Form der Sammlung nach Abgabe verschiedener Objektbereiche im 19. Jahrhundert. In den Blick genommen wird die enorme Bereicherung der Kunstkammer durch umfassende Privatsammlungen in dieser sp&auml;ten Phase ihrer Entwicklung ebenso wie die Rolle ihrer Objekte bei der Neugr&uuml;ndung verschiedener Museen. Der objektbiografische Ansatz bildet die Grundlage, um von der Kunstkammer aus bisher kaum beachtete Facetten der Berliner Sammlungsgeschichte sichtbar zu machen und &uuml;ber den preu&szlig;ischen und Berliner Kontext hinaus neue Perspektiven f&uuml;r das Forschungsfeld der allgemeinen Sammlungsgeschichte zu liefern.</p> <p>Die Ergebnisse wurden in Form einer <a href="https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/1461/version/2222">Buchpublikation</a> und auf dieser <a href="https://berlinerkunstkammer.de/">virtuellen Forschungsumgebung</a> ver&ouml;ffentlicht.</p> <p>Die virtuelle Forschungsumgebung zur Berliner Kunstkammer &uuml;bersetzt die Berliner Kunstkammer in ein digitales Wissensnetz, in dem Objekte, Akteure, Orte und Quellen miteinander verbunden sind. Sie basiert auf einer Vielzahl an unterschiedlichen Quellen (darunter Inventare, Reiseberichte, Beschreibungen), die es in ihrer Summe erlauben, eine multiperspektivische Sicht auf die Sammlung und ihre Entwicklung zu gewinnen.&nbsp;</p> <p>Zahlreiche Objekte der Berliner Kunstkammer sind heute zwar noch in den Sammlungen der&nbsp;<a href="https://www.smb.museum/home/">Staatlichen Museen zu Berlin</a>&nbsp;erhalten oder sind in die Best&auml;nde des&nbsp;<a href="https://www.museumfuernaturkunde.berlin/de">Museums f&uuml;r Naturkunde Berlin</a>&nbsp;eingegangen, andere werden in jenen der&nbsp;<a href="https://www.hu-berlin.de/de">Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin</a>&nbsp;aufbewahrt.&nbsp;Ein gro&szlig;er Teil der Objekte aber ist heute nur noch in den historischen Quellen &uuml;berliefert, weshalb der Fokus der Forschungsumgebung auf einer textbasierten Bestandsrekonstruktion liegt, um die Objekte digital und in Zeitschichten rekonstruiert recherchierbar zu machen. Neben einer&nbsp;<a href="https://berlinerkunstkammer.de/uebersicht-der-quellen">&Uuml;bersicht</a>&nbsp;zu zentralen Quellen zur Brandenburgisch-Preu&szlig;ischen Kunstkammer und ihren Vorg&auml;nger- und Nachfolgeinstitutionen werden ausgew&auml;hlte Quellen mit Transkriptionen (Arbeitsversionen) und Digitalisaten sowie mit tiefenerschlossenen Objektinformationen Forschenden zur Verf&uuml;gung gestellt.</p> <p><strong>Disclaimer Sensible Inhalte</strong></p> <p>Diese Forschungsumgebung &nbsp;enth&auml;lt Ressourcen mit heute unangemessenen Begriffen und Beschreibungen aus historischen Quellen, die rassistische, diskriminierende und abwertende Sprache enthalten. Das Projekt bem&uuml;ht sich darum, auch diese historische Dimension der Sammlungen sichtbar zu machen und sich damit kritisch auseinanderzusetzen. Die Mitarbeiter*innen des Projekts distanzieren sich von diesem Sprachgebrauch und den in den Materialien und Quellen gespiegelten Ansichten.</p> <p><strong>Technische Architektur der Forschungsumgebung</strong></p> <p>Die Besonderheit der virtuellen Berliner Kunstkammer liegt in der Art der Beschreibung, Vernetzung und Abbildung ihrer Inhalte. Sie basiert auf Technologien des&nbsp;<a href="https://www.w3.org/standards/semanticweb"><em>Semantic Web</em></a>, bei denen Funktionalit&auml;ten des World Wide Web um eine zus&auml;tzliche Bedeutungsebene erweitert werden, um Wissen zu strukturieren und besser verwert- und austauschbar zu machen. Das Grundger&uuml;st der virtuellen Berliner Kunstkammer bildet die Forschungs- und Dokumentationsumgebung&nbsp;<a href="http://wiss-ki.eu/">WissKI</a>, die auf die webbasierte, semantische Erschlie&szlig;ung, Erforschung und Publikation kulturellen Erbes ausgerichtet ist. Die Topologie der virtuellen Berliner Kunstkammer ist durch das ihr zugrundeliegende Datenmodell definiert, das den Forschungsgegenstand und die Fragestellungen an diesen in einen Wissensgraphen &uuml;bertr&auml;gt. Zentral bei der Erforschung dieser historischen Sammlung sind die Wege und der Bedeutungswandel ihrer Objekte und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Konstellation und Dynamik der Best&auml;nde unter Ber&uuml;cksichtigung der Historizit&auml;t der Quellen und der damit verbundenen Mehrdeutigkeit, aber auch L&uuml;ckenhaftigkeit von Information.&nbsp;Die Abdeckung all dieser Aspekte geht zudem einher mit dem Anspruch an eine Erweiterbarkeit der Inhalte aus den trotz Kriegsverlusten umfangreich &uuml;berlieferten Archivalien aus mehreren Jahrhunderten.</p> <p>Ein solcher Wissensgraph repr&auml;sentiert Informationen eines Gegenstandsbereichs, die mit Ontologien &ndash; in der Informatik eine Sammlung an Begriffen und der zwischen ihnen bestehenden Beziehungen &ndash; formal beschrieben werden. F&uuml;r das Projekt wurde eine auf dem&nbsp;<a href="http://www.cidoc-crm.org/">CIDOC Conceptual Reference Model (CRM)</a>&nbsp;bzw. seiner&nbsp;<a href="http://erlangen-crm.org/">OWL-Implementierung</a>&nbsp;basierende Anwendungsontologie geschaffen. Diese Ontologie, die auch in diesem Projekt zum Einsatz kam, besteht aus ca. 90 Klassen (z. B.<em>&nbsp;Physischer Gegenstand, Akteur</em>,&nbsp;<em>Ort</em>,&nbsp;<em>Zeitspanne</em>) und 150 Beziehungen (z. B.&nbsp;<em>hat name</em>,&nbsp;<em>fand statt in</em>,&nbsp;<em>wurde erschaffen durch</em>), deren jeweilige Bedeutung genau definiert ist. Sie wird von Geisteswissenschafler*innen und Informatiker*innen stetig weiterentwickelt und dient als&nbsp;<em>Lingua Franca</em>&nbsp;f&uuml;r transdisziplin&auml;re Forschung. Durch die Verkettung von Klasse &ndash; Beziehung &ndash; Klasse werden S&auml;tze gebildet, die von Mensch und Maschine verwertet werden k&ouml;nnen. All diese S&auml;tze eines betrachteten Gegenstandsbereichs verkn&uuml;pft und im Kontext spezifischer Fragestellungen miteinander in Verbindung gebracht, entsteht ein auf den Anwendungsbereich zugeschnittenes, graphbasiertes Datenmodell bzw. ein Wissensnetz. Als ereigniszentrierte Ontologie bietet das CIDOC CRM zudem die M&ouml;glichkeit, Zust&auml;nde und ihre Ver&auml;nderung &uuml;ber Ereignisse (z. B.&nbsp;<em>Geburt</em>,&nbsp;<em>Herstellung</em>,&nbsp;<em>Zuweisung</em>) abzubilden, an die wiederum Akteure, Zeit oder Ort &uuml;ber entsprechende Relationen gekoppelt und Zustandsver&auml;nderungen somit kontextualisiert werden k&ouml;nnen. Somit bietet diese Ontologie ideale Voraussetzungen zur quellenbasierten Rekonstruktion historischer Sammlungsbest&auml;nde.</p> <p>&nbsp;</p> <p>Quelle: <a href="https://berlinerkunstkammer.de/vfu">https://berlinerkunstkammer.de/vfu</a> und <a href="https://berlinerkunstkammer.de/projekt">https://berlinerkunstkammer.de/projekt</a></p> <p>Weiterf&uuml;hrende Literatur: <a href="https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/1461/chapter/21156">Sarah Wagner: Vom Schloss ins Internet - Die virtuelle Forschungsumgebung zur Berliner Kunstkammer. In: Becker, Marcus et al. (Hrsg.): Die Berliner Kunstkammer: Sammlungsgeschichte in Objektbiografien vom 16. bis 21. Jahrhundert, Heidelberg: arthistoricum.net-ART-Books, 2024</a>.</p> <p>&nbsp;</p>

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